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Romans Weg von der Gießerei in der Ukraine zum Job in Deutschland

Geschrieben von KAUSA-Landesstelle Mecklenburg-Vorpommern | Feb 26, 2026 9:01:25 AM

Wir haben mit Roman gesprochen, der einen beeindruckenden Weg in den deutschen Arbeitsmarkt gemeistert hat. Wie haben ihm seine in der Ukraine erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten geholfen, beruflich in Deutschland Fuß zu fassen?

Roman, erzähl uns von deinem beruflichen Hintergrund. Wo hast du in der Ukraine gearbeitet?

Ich bin gelernter Formgeber. In meiner Heimatstadt Melitopol habe ich in einer Gießerei gearbeitet. Die Stadt war schon immer für ihre Maschinenbau- und Gießereitradition bekannt – ich habe dort eine sehr fundierte Ausbildung erhalten. Mir gefiel diese anspruchsvolle, aber präzise Arbeit, bei der man miterlebt, wie aus glühendem Metall ein fertiges Bauteil entsteht.

Hast du bei deiner Ankunft in Deutschland daran geglaubt, in diesem Bereich Arbeit zu finden?

Ehrlich gesagt hatte ich große Zweifel. Ich wusste, dass in Deutschland hohe Qualitätsstandards gelten, und meine Deutschkenntnisse erschienen mir zunächst nicht ausreichend. Viele Migrantinnen und Migranten befürchten, dass ihre beruflichen Erfahrungen nicht anerkannt werden oder dass die Verständigung in einem komplexen Produktionsumfeld schwierig sein könnte. Diese Unsicherheit kannte ich nur zu gut.

Wer wurde dein „Wegweiser“ in die deutsche Arbeitswelt?

Entscheidend war die Unterstützung vor Ort – insbesondere durch die KAUSA-Landesstelle Mecklenburg-Vorpommern. Nachdem ich Kontakt aufgenommen hatte, kam vieles ins Rollen. Die Beraterinnen und Berater halfen mir beim gesamten Bewerbungsprozess: Sie erstellten mit mir einen professionellen Lebenslauf und stellten meine Erfahrungen aus der Gießerei in Melitopol gezielt heraus. Gemeinsam fanden wir eine passende Stelle und reichten die Bewerbung ein.

Wie verlief das Vorstellungsgespräch?

Die Einladung kam schneller als erwartet. Viele Unternehmen in Deutschland suchen derzeit dringend Fachkräfte – besonders Menschen, die anpacken können und die Prozesse der Metallverarbeitung verstehen. Meine praktische Erfahrung war dabei mein größter Vorteil.

Was machst du heute genau? Wie unterscheidet sich deine Arbeit von früher?

Heute arbeite ich in einem Unternehmen, das sich auf die hochwertige Beschichtung von Bauteilen aus Aluminium, Edelstahl und verzinktem Stahl spezialisiert hat. Der Prozess umfasst den gesamten Zyklus – von der Oberflächenvorbereitung bis zur Endmontage nach strengen deutschen Qualitätsstandards.

Meine Ausbildung als Formgeber hilft mir sehr: Ich verstehe die Materialeigenschaften und die Struktur von Metall genau – dieses Wissen kann ich täglich einbringen.

Was würdest du anderen Migrantinnen und Migranten in Mecklenburg-Vorpommern raten?

Gebt euch wegen der Sprache nicht auf. In Deutschland herrscht großer Fachkräftemangel. Wenn ihr einen Beruf gelernt habt und bereit seid zu arbeiten oder eine Ausbildung zu beginnen, nutzt die Beratungsangebote – zum Beispiel durch Projekte wie die KAUSA-Landesstelle. Sie helfen bei bürokratischen Fragen und begleiten euch auf dem Weg in den Beruf. Der Rest liegt in euren Händen.